Sommer im Herbst

Herbst? Regen? Kälte? Von all dem fehlt momentan jede Spur. Wir dachten ja, wir würden unsere Flip Flops und kurzen Hosen jetzt nach ganz unten in den Rucksack packen oder am besten gleich nach Hause schicken, aber weit gefehlt. Seit unserer Ankunft in Neuseeland scheint die Sonne und sorgt für sommerliche Temperaturen. A very warm welcome – im wahrsten Sinne des Wortes! Einzig das Wasser ist nach Bali und Sydney in Neuseeland wieder deutlich kälter geworden.

Slick – unsere neue Reisebegleitung

Durch Neuseeland reisen heißt für die meisten Budgettraveller mit dem eigenen Auto reisen. Also haben wir uns ein Auto gekauft. Eh klar. Ein Auto in Neuseeland kaufen ist ziemlich simpel. Autos gibt es in jeder Preisklasse und in jedem Zustand online oder am Aushang im Hostel angeboten – vor allem im Herbst, wenn alle Sommerreisenden ihr Auto loswerden wollen. Man braucht also nur ein bestimmtes Budget (in unserem Fall € 1.500) und eine ungefähre Vorstellung von der Größe des Wagens (wir wollten einen Kombi, in den die Surfbretter reinpassen, zum schlafen haben wir ja unser Zelt). Dann sucht man sich was raus, schaut es sich an, fährt Probe und entscheidet ganz spontan, das ist jetzt meiner. Kaufverträge werden überbewertet und die Umschreibung des Wagens kann man in jeder Postfiliale für NZ$ 9,00 machen. „Slick“, ein Mitsubishi Legnum, war keine 24 Stunden nach unserer Landung in Auckland unser neuer Reisebegleiter. Gutes 96er Baujahr, Allrad, Automatik, 2,5l V6 und großes Schiebedach mit 217.000 km – immerhin nur halb so wenig km wie der letzte Firmenwagen von Stefan und damit so gut wie ein Neuwagen! Ein bisschen spießig sieht er ja schon aus, aber so fällt man wenigstens nicht auf ;-) Zum Liegenbleiben oder auseinanderfallen neigen die alten Auto eh alle, deshalb hat bei uns ganz spontan das Bauchgefühl ausgereicht. Der Rest ist Glückssache und wird sich zeigen.
Wir hatten übrigens am Anfang ein günstiges Mietauto, mit dem wir die Autohändler und private Anbieter abgeklappert haben. Das hat uns die Suche nach dem gekauften Auto ziemlich erleichtert.

Roadtrip Waikato

Mit Slick ging es direkt und ohne Umwege an die Westküste nach Raglan. Raglan ist anders, hip und gechillt. Der perfekte Platz zum surfen und um Stefans Geburtstag zu feiern. Weil das Wasser ja nun nicht mehr wärmer wird – wir sind inzwischen unter der 20 Grad Marke angekommen – haben wir weiter aufgerüstet und uns einen Neopren zugelegt. Das Glück war mit uns und die Wellen in der Manu Bay waren in dieser Woche nicht ganz so groß, so dass die Prosurfer zu Hause geblieben sind und wir als ‚Probeginner’ ins Wasser konnten. Die Manu Bay ist in Neuseeland legendär. Drehort des Surfklassikers The Endless Summer und angeblich einer der längsten Left Hander überhaupt – weltweit versteht sich.

Aber auch an der Ostküste der Nordinsel Neuseelands kann man surfen. Und so haben wir nach fünf Tagen unseren ersten Teil des Roadtrips fortgesetzt und sind einmal quer über die Insel bis zum Mt. Maunganui gefahren. Die Landschaft an der Ostküste bietet grüne Wälder und weiße Sandstrände und ist trotz rauer Felsen nicht ganz so schroff wie die Westküste, die durch den schwarzen Sand und die Steilküsten aufbrausender und wilder wirkt. Passend zur „weicheren“ Landschaft war das Wasser glatt wie ein Babypopo. Nix mit Surfen. Dafür Hintern verbrennen am Hot Water Beach. Ein absolutes Neuseelandhighlight.
Apropos Highlights: Wie so oft sind viele Highlights leider nur mit teuren, geführten Touren besuchbar. Für die Hobbithügel oder die Glühwürmchenhöhlen legt man schon mal NZ$ 75,00 pro Person für eine Tour hin. Deshalb dachten wir uns, wir schaffen unsere eigenen Highlights. Und so gab es auf unseren Waikato-Trip Night Glow statt Glühwürmchen und Buddy Holly statt Herr der Ringe. Der Start unserer Roadtrip Highlights war allerdings etwas mau – da gab es diesen „eindrucksvollen“ Staudamm bei Cambridge, der so überhaupt nicht spektakulär war und die „krasse“ 4WD-Road, die einem gut ausgebauten Feldweg glich – erst durch lokale Empfehlungen haben sich die Highlights ziemlich gesteigert.

Der Whangamata Beach Hop ist das Rock’n’Roll und Classic Car Festival in Neuseeland. Behaupten wir. Alles ziemlich amerikanisch. Wichtig ist, dass man seinen Campingstuhl und entsprechende Verpflegung dabei hat. So fahren die Beach Hopper mit ihren stylischen Autos von Küstenort zu Küstenort, lassen sich bestaunen, staunen über andere und rocken zu den Klassikern der Beach Boys, Elvis und Buddy Holly. Die Stimmung ist genial, irgendwo zischen völlig entspannt und ausgeflippt.

Eigentlich war geplant von der Bay of Plenty bis in den Norden von Coromandel zu fahren, aber da sich die Pläne täglich durch Empfehlungen und Recherchen geändert haben, sind wir statt in den Norden einmal quer durch den Coromandel Forest Park zurück nach Hamilton gefahren.

Balloons over Waikato. Ein Festival, das jedes Jahr einmal in Hamilton stattfindet. Interessanterweise wurde Hamilton als größte Nicht-Küstenstadt Neuseelands in unserem Reiseführer nicht einmal erwähnt. Absolutes Highlight des Festivals ist der Night Glow. Und es war wirklich sehenswert, wie die Heißluftballons zur Rockmusik „geglüht“ haben. Es war eindeutig ein Familien-Event. Ob 8 Monate oder 80 Jahre – für jeden gibt es einen Platz. Ganz weit vorn war auch hier der eigene Campingstuhl. Und sowieso, es wird in Neuseeland alles selbst mitgebracht. Sitzgelegenheiten, Getränke, Essen. Ziemlich liberal waren im Übrigen auch die Sicherheitsbestimmungen. Bei einem Event, wo Feuer im Mittelpunkt steht und 80.000 Besucher erwartet werden, gab es weder Taschenkontrollen noch übermäßige Absperrungen. Allerdings hatte man auch nicht das Gefühl, dass dies nötig gewesen wäre. Alles verlief unglaublich entspannt.

Besuch aus Deutschland

Nach über acht Monaten bekommen wir Besuch aus Deutschland und sind schon ganz aufgeregt. Chrissi, Martha und Yvonne sitzen schon im Flieger nach Neuseeland. In den nächsten zwei Wochen werden wir also zu fünft weiter die Nordinsel bereisen. Das Wetter darf deshalb ruhig noch eine Weile so bleiben.

One thought

  1. Hallo Ihr Weltenbummler!
    Da heute hier in Heiligendamm echt nicht so tolles Wetter war, ist es um so schöner, Eure bunten Fotos zu sehen! Ich habe bis zu meiner Abreise am 15.4. noch einige (hoffentlich sonnige) Tage und bin dafür echt dankbar. Es läuft, aber alles braucht seine Zeit…
    Zu hause wird es außerhalb dieser „Käseglocke“ noch schwer genug werden, aber ich arbeite dran!
    Ich wünsche Euch eine tolle Zeit in Neuseeland (da könnt Ihr endlich die Dollar gebrauchen!), bleibt gesund, liebe Grüße,
    Maren

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