Abhängen in der Südsee

Kia Orana. Welcome to the Cook Islands. Wir sind in der Südsee. Die Cook Islands liegen irgendwo im Südpazifik, weit weg vom Rest der Welt. Schon beim Abflug in Auckland verspricht das Sicherheitsvideo von Air New Zealand Sonne, Strand und Palmen (und hübsche Mädels). HulaHula-Feeling auch bei der Ankunft in Rarotonga. Alle Neuankömmlinge werden mit Livemusik und Blumenkette begrüßt – egal wie spät es ist. Also auch morgens um 2:00 Uhr. Die Cook Islands sind keine typische „Backpacker Destination“. Die Cook Islands stehen eher für Heiraten und Honeymoon. Dementsprechend reiht sich ein Luxusresort an das nächste. Ein paar Nächte dort wären sicher schön gewesen. Wir sind ja schließlich auch auf Honeymoon. Aber wir reisen lieber noch ein wenig weiter und sparen uns die € 200 – € 1.900 pro Nacht. Die wenigen, kleinen Privatunterkünfte sind auch nicht schlecht und irgendwie ist man so dem Inselleben immer ein Stück näher als im abgeschotteten Luxusresort.

Am ersten Tag auf den Cook Islands war dann jedoch nichts mit Sonne. Dafür gab es Dauerregen – war uns erst einmal egal, denn wir waren die Kälte aus Neuseeland endlich los und hatten die nächsten 16 Nächte ein richtiges Bett. Bis sich die Sonne das erste Mal richtig gezeigt hat, hat es dann doch ganze drei Tage gedauert. Anders als in der Regensaison in einigen asiatischen Ländern ist es hier aber meist nicht mit einer Stunde Regen am Tag getan. In der Südsee kann es tagelang regnen. Aber vielleicht hatten wir auch einfach nur ein paar Tage Pech. Wenn die Sonne dann mal scheint, gibt sie dafür alles. Das Wasser in der Lagune am Muri Beach strahlt dann in allen möglichen Blauvariationen und zum Sonnenuntergang ist Kitsch pur angesagt.

10 Tage haben wir auf Rarotonga verbracht. In der kleinen Hauptstadt Avarua herrscht (vor allem am Samstagvormittag) geschäftiges Treiben. Autos, Mopeds und Bus fahren zum Markt und die 32 km Straße um die Insel rum – solange bis es nicht mehr geht. Irgendwann mehrten sich rund um die Insel die Schilder mit „No Petrol“ an den Tankstellen und zwei Tage bevor wir weiter Richtung Aitutaki geflogen sind, gab es an keiner Tankstelle auf Rarotonga mehr Benzin – alles leer! Bis zur Ankunft des nächsten Tankschiffs waren es aber noch fünf Tage hin. Und so wurden die Straßen von Tag zu Tag leerer. Die Mietwagenfirmen konnten ihre Autos und Mopeds nicht mehr vermieten, weil kein Benzin zum tanken mehr da war. Wir haben unseren Roller am Schluss komplett leer abgeben müssen. Angeblich kommt so etwas alle zwei Jahre schon einmal vor – Inselalltag für die Einheimischen, aufregend und spassig für die Gäste.

Fisch gab es dafür jeden Tag – frisch und immer ausreichend. Thunfisch, Marlin und Mondfisch haben wir für nur maximal € 7,50 je Kilogramm (!) in dem kleinen Laden ,Ocean Fresh‚ in der Nähe des Flughafens gekauft und dann als Steak oder als Curry zubereitet. Der Fisch ist nicht importiert und somit um einiges günstiger als all die anderen Lebensmittel, die aus Neuseeland oder Australien eingeflogen werden bzw. mit den Frachtschiff gebracht werden. Strategisch betrachtet lag der Laden einfach perfekt, denn ein fast tägliches Highlight auf der Insel ist die Landung des „großen“ Fliegers aus Auckland, Sydney oder L.A. Hochmotiviert hat sich Stefan auch fast täglich zur Airblastzone begeben, um dieses Highlight mitzuerleben – und man trifft jeden Tag tatsächlich die gleichen Zuschauer. Julias Motivation war zwar nicht ganz so groß, aber dabei sein ist alles – man könnte ja was verpassen.

Mehr Palmen, mehr Lagune, mehr Meer: Aitutaki

Die Ankunft des sehnlichst erwarteten Frachtschiffes haben wir dann auf der kleinen Insel Aitutaki miterleben dürfen. In der Regel kommt alle vier Wochen ein Containerschiff auf der Insel vorbei. Kurz davor herrscht eher Ebbe in den Regalen der kleinen Inselgeschäfte. Vor allem die Fruchtetage ist unterbelegt. Das hat aber weniger mit dem Frachtschiff zu tun. Aitutaki liegt ca. 260 km oder 50 Flugminuten nördlich von Rarotonga und ist ein absoluter Südseetraum. Auf einer Insel wie Aitutaki hatten wir eigentlich Früchte in Hülle und Fülle erwartet, aber seit ein Taifun 2010 komplette Plantagen vernichtet hat, gibt es auf der Insel kaum noch Früchte (Mal abgesehen von den Kokosnüssen, die wachsen einfach überall). Es ist für die Inselbewohner einfach zu unattraktiv, Früchte im Überfluss zu produzieren. Der Tourismus wirft da schon mehr ab. Und so kommt es, dass seit ein paar Jahren nur noch wenige Bananen, Sternfrüchte und Co verkauft werden. Jeder produziert einfach nur noch das, was er für sich und seine Gäste braucht. Und wenn einmal Gäste wie wir die Insel besuchen, die nicht im 5 Sterne Hotel wohnen bzw. nicht  jeden Abend essen gehen, gibt es die Früchte auf Nachfrage im Laden oder Garten bei den Eiheimischen direkt auf die Hand. Banane, Sternfrucht, Kokosnuss und Zitronen kosten hier nur ein Lächeln. Interessantes Konzept. Aitutaki ist weit von dem Massentourismus entfernt, den wir erwartet bzw. befürchtet hatten. Wahrscheinlich liegt dieses wundervolle Eiland einfach zu sehr irgendwo im nirgendwo des Südpazifiks. Abgesehen von eine paar Luxusresorts geht es auf der Insel sehr gemächlich und bodenständig zu. Die Insulaner leben einfach und sind sehr religiös. Sonntag ist auf Aitutaki Ruhetag. Der Tag ist den Insulanern so heilig, dass selbst wir in die Kirche gegangen sind. Nur eines stört den heiligen Sonntag auf der Insel, die Flugzeuge von Air Rarotonga fliegen trotzdem. Der Tourismus kennt keine Ruhetage. ,No Sunday Flights‘ propagieren viele Plakate auf der Insel. Eine ziemlich kontroverse Forderung, wenn doch der Großteil der Insulaner vom Tourismus lebt.

Aitutaki zeichnet sich durch ein ganz besonderes Merkmal aus – eine atemberaubende Lagune. Als wir in Rarotonga noch dachten, blauer und leuchtender geht das Wasser nicht mehr, da wussten wir noch nicht wie es auf Aitutaki ist. Die Lagune um Aitutaki bietet ein Blau- und Türkisspektrum, das kaum vorstellbar ist. Photoshop braucht da nicht nachhelfen, das Programm ist bei der Verarbeitung der Farben wahrscheinlich selbst überfordert. Aitutaki ist Stefans Traum von der Südsee gewesen. Träume sind dazu da, um sie in Erfüllung gehen zu lassen – hat geklappt! Unser Cruise durch die Lagune war perfekt. So perfekt, dass dieser Teil der Reise einen eigenen Blog verdient hat…

One thought

  1. Hallo Ihr zwei !

    Es ist immer wieder schön auf eure Seite zu klicken und nachzuschauen wo Ihr gerade seid. Besonders die Texte und Bilder die Ihr reinstellt sind fabelhaft Ich wünsche euch beiden viel Abenteuer wenig streit und ganz viele tolle Erinnerungen an eure gemeinsame Weltreise !

    lg Christian

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